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Heft Nr. 10 / 5. Jahrgang 2000 Abhandlungen Grußwort der Bundesministerin der Justiz,
Den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des deutsch-japanischen Symposiums „Wandel der Lebenswelten und die Antwort im Recht“ übermittele ich meine besten Grüße und Wünsche. Die Internationalisierung der Lebensverhältnisse
sowie die ständig zunehmende Bedeutung der internationalen Wirtschaft
und Kommunikation finden ihren Niederschlag auch im Rechtsleben der Nationen.
Nicht nur in der Rechtswissenschaft, auch in der Rechtspraxis und der Rechtspolitik
kommt es heute darauf an, daß Juristen über die Grenzen ihres
eigenen Rechts hinausdenken, sich mit anderen Rechtsordnungen befassen
und mit deren Eigenheiten, aber auch mit bestehenden Gemeinsamkeiten vertraut
machen.
Sowohl die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung
als auch das Japanisch-Deutsche Zentrum Berlin haben sich zum Ziel gesetzt,
die Kenntnis der jeweils anderen Rechtsordnung und die fachlich-kollegialen
Kontakte zu fördern. Sie ermöglichen damit nicht nur den Erfahrungs-
und Gedankenaustausch zwischen deutschen und japanischen Juristen, sondern
auch die wechselseitige persönliche Begegnung.
Solche Zusammenschlüsse von Juristen
über die Staatsgrenzen hinweg dokumentieren auf eindrucksvolle Weise,
wie wichtig Rechtsvergleichung ist. Die Kenntnis der Rechtsordnung eines
Staates vermittelt über fachliches Wissen hinaus wesentliche Einblicke
in dessen Staats- und allgemeine Gesellschaftsordnung und bietet demjenigen,
der den anderen Staat und seine Bewohner verstehen will, wertvolle
Hilfe.
Ich begrüße es sehr, daß
die Deutsch-Japanische Juristenvereinigung und das Japanisch-Deutsche Zentrum
Berlin in diesem Jahr ein gemeinsames Symposium veranstalten. Das Thema
„Wandel der Lebenswelten und die Antwort im Recht“ umfaßt ausnahmslos
gesellschaftliche Entwicklungen, die in beiden Ländern von großer
Aktualität sind und in der Öffentlichkeit zu kontroversen und
zum Teil polarisierenden Diskussionen geführt haben.
Bestes Beispiel ist der von Ihnen gewählte
Themenblock „Alternde Gesellschaft und System der sozialen Sicherung“.
Die Frage, welche Folgerungen aus der demographischen Entwicklung für
das System der sozialen Sicherung zu ziehen sind, beschäftigt die
Menschen in beiden Ländern genauso stark wie das Problem der Massenarbeitslosigkeit
mit den möglichen Lösungsansätzen bei der Flexibilisierung
der Beschäftigung.
Von zentraler Bedeutung sind in meinen
Augen auch die unter der Überschrift „Veränderungen in der Familienstruktur:
parallele und divergierende Entwicklungen in Deutschland und Japan“ angesprochenen
Themen. Ich denke dabei gerade an das
*Vorgetragen von Herrn Ministerialdirigent Gerd Nettersheim.
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