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Heft Nr. 10 / 5. Jahrgang 2000 Berichte Jurastudium in Deutschland
Studenten, die an einer deutschen Universität studieren, haben insgesamt dreizehn Jahre lang die Schulbank gedrückt. Sie besuchen davon vier Jahre die Grundschule und neun Jahre das Gymnasium. Es gibt keine Aufnahmeprüfung für die Universität. Den Abschluss des Gymnasiums bildet die Abiturprüfung. Mit dieser Prüfung wird das „Zeugnis der Allgemeinen Hochschulreife“ erworben, das zum Studium aller Fachrichtungen an den Hochschulen berechtigt. Damit kann man sich theoretisch an jeder Universität bewerben, doch wegen der hohen Bewerberzahl und der nicht ausreichenden Zahl von Studienplätzen für einige Studiengänge gibt es Zulassungsbeschränkungen. Im Lauf des Studiums ist sogar ein Wechsel des Studienplatzes möglich, das heißt man kann ein Semester in Bonn und das nächste in Berlin studieren. Deswegen gibt es kein Ranking wie in Japan. Das Durchschnittsalter der Deutschen beim Abschluss der Universität liegt bei 28 Jahren. Es ist damit das höchste im internationalen Vergleich. Das liegt zum einen an den oben genannten Zulassungsbeschränkungen. Auswahlkriterien dafür, ob man das gewünschte Fach studieren kann, sind vor allem die Durchschnittsnote im Abiturzeugnis. Es besteht aber auch die Möglichkeit, durch eine Wartezeit zwischen dem Abitur und der Bewerbung an der Hochschule Punkte zu sammeln, um seinen Notendurchschnitt zu verbessern. Zum andern müssen viele männliche Bewerber nach dem Abitur ihre Wehrpflicht erfüllen oder eine entsprechende Zeit Zivildienst leisten. Außerdem studieren die Deutschen häufig länger, weil es keine Studiengebühren gibt.
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