Zeitschrift für Japanisches Recht
Heft Nr. 10 / 5. Jahrgang 2000
 

Rezensionen


 
WOLFGANG HADAMITZKY, Japanese, Chinese, and Korean Surnames and How to Read Them. K. G. Saur Verlag 
(München 1998) zwei Bände. XIX, 1.550 S., DM 596,-



Die Transkription japanischer Eigennamen stellt bekanntlich eine schwierige Hürde beim Lesen japanischer Literatur dar. Absolute Gewißheit gibt es nicht, weil selbst gängige und  einigermaßen bekannte Lesungen im Einzelfall durch individuelle, zum Teil sogar recht eigenwillige bzw. nur historisch erklärbare Sonderformen ersetzt werden . Viele Übersetzer lehnen es daher ab, verbindliche Lesungen japanischer Namen zu liefern, und greifen auf disclaimer zurück. Dankenswerterweise geben die meisten Herausgeber von Büchern und Zeitschriften die Transkription der Autorennamen in Hiragana (Japanische Silbenschrift) an. In vielen Fällen gibt es diese Hilfen allerdings nicht. Um dann zu einem einigermaßen educated guess kommen zu können, greifen die gründlicheren Leser zu einem Namenslexikon. Am meisten verbreitet dürfte das Werk von O' NEILL „Japanese Names“ sein, das erstmals 1972 erschien und sogar als Taschenbuch erhältlich ist2.
Jetzt hat WOLFGANG HADAMITZKY die dankenswerte, aber undankbare Aufgabe übernommen, das „erste Namenswörterbuch zur Aussprache und Schreibweise japanischer, chinesischer und koreanischer Familienamen“ (Verlagsprospekt) zu veröffentlichen.
Das englischsprachige Werk besteht aus zwei „volumes“ (1: from Characters to Readings, 2: from Readings to Characters), aber streng genommen nicht zwei, sondern drei Bänden, weil „Volume 1“ zwei Teile (Parts) hat. Part I beinhaltet, so der Untertitel, „Radical 0a – 3d“, Part II „Radical 3e – 11b“. Diese Bezeichnungen dürften für die meisten Leser, denen Japanisch nicht fremd ist, gewöhnungsbedürftig sein, da ihnen eher die traditionellen 214 Radikale vertraut sind. Diese traditionellen Radikale wurden von WOLFGANG HADAMITZKY und seinem damaligen Koautor MARK SPAHN bereits 1989 in ihrem „Japanese Character Dictionary“3 durch 79 Radikale ersetzt.
In seinem vorliegenden Werk geht der Autor offensichtlich davon aus, daß sich seine Methode durchgesetzt hat. So ist sein Radikal 3d identisch mit dem traditionellen Radi