Zeitschrift für Japanisches Recht
Nr. 11 / 5. Jahrgang 2001

Berichte

Forschungsaufenthalt als Doktorand am Deutschen Institut für Japanstudien (DIJ) in Tokyo

Moritz Bälz

Wer sich zu einer Dissertation zum japanischen Recht entschließt, wird in aller Regel einen längeren Japanaufenthalt einplanen. Auch in den Zeiten des Internets ist die Materialrecherche vor Ort um vieles leichter und ergiebiger. Zudem hat, wer sich auf so exotisches Terrain begibt, erfahrungsgemäß umso mehr das Bedürfnis, sich mit anderen Personen auszutauschen, die sich mit ähnlichen Fragen beschäftigen und die natürlich am zahlreichsten in Japan zu finden sind.

Hervorragende Voraussetzungen für einen mehrmonatigen Forschungsaufenthalt als Doktorand in Japan bietet das Deutsche Institut für Japanstudien, kurz DIJ, in Tokyo. Diese Möglichkeit ist unter Juristen vielleicht noch weniger bekannt. Daher möchte ich von meinen eigenen Erfahrungen an dieser Stelle kurz berichten. Sie beziehen sich auf die Zeit vom März bis Juni dieses Jahres, während derer ich am DIJ an meiner Dissertation zum japanischen Spaltungsrecht arbeiten konnte.

Das DIJ wurde 1988 gegründet und gehört zu den vom Bund finanzierten deutschen Auslandsinstituten. Es dient satzungsgemäß der Erforschung der Kultur, der Wirtschaft und der Gesellschaft des modernen Japan sowie der japanisch-deutschen Beziehungen. Neben der Direktorin, der Japanologin Prof. Dr. Hijiya-Kirschnereit, sind gegenwärtig rund ein Dutzend wissenschaftliche Mitarbeiter, darunter Wirtschafts-, Politik-, Literatur und Geschichtswissenschaftler längerfristig am DIJ beschäftigt. Sie werden von einem Verwaltungsstab und einem Computerexperten unterstützt. Nähere Informationen zum Aufbau und zu den Forschungsschwerpunkten des Instituts sowie zu den zahlreichen Veröffentlichungen und Veranstaltungen finden sich auf der Website des Instituts. Auch der Bestand der hervorragend geführte Bibliothek, die sämtliche deutschsprachige Veröffentlichungen über Japan sowie jedwede Literatur zu den deutsch-japanischen Beziehungen sammelt, ist vollständig über Internet einsehbar.

Jungen Wissenschaftlern, die an einer japanbezogenen Dissertation arbeiten, bietet das DIJ Gelegenheit für einen Forschungsaufenthalt von bis zu einem Jahr. Der Aufent­...