Zeitschrift für Japanisches
Recht
Nr. 11 / 6. Jahrgang 2001
Vom “touchy topic” zum “important instrument” –
Der Stellenwert der Menschenrechte in der japanischen Außenpolitik
Martina Timmermann
I. Einleitung
II. ODA als Kern der
internationalen japanischen Menschenrechtspolitik
III. UN-Menschenrechtsengagement
vor dem Hintergrund nationaler Rahmenbedingungen
1. Die Struktur der
Administration
2. Die Struktur des politischen
Systems
3. Die Einbindung von
Nichtregierungsakteuren
IV. Regionale Menschenrechtspolitik vor dem
Hintergrund geostrategischer Interessen und unbewältigter Vergangenheit
1. Geostrategische Interessen
2. Unbewältigte Vergangenheit
V. Zusammenfassung und
Ausblick
I.Einleitung
Die Diskussion über die Menschenrechtspolitik eines Landes
gerät nur zu oft zu einem Anklage- und Verteidigungsritual, das eine objektive
Beurteilung erschwert. Nationale Spezifika und internationale Diskussionen in
Zusammenhang mit dem Thema Menschenrechte zeigen, daß für die Beurteilung des
Stellenwertes der Menschenrechte in der Außenpolitik eines Landes die
Berücksichtigung der innen- und außenpolitischen, regionalen und globalen
Rahmenbedingungen unerläßlich ist. Daraus ergibt sich konsequenterweise, daß
sich sowohl Menschenrechtsaußenpolitiken wie auch ihre Bewertungen im Zuge des
Wandels einzelner oder mehrerer Rahmenbedingungen verändern können.
In Japans Außenpolitik haben die Menschenrechte bis in die
80er Jahre keine besondere Rolle gespielt. Oberstes Gebot war die Vermeidung
politischer Risiken, die das nationale Wirtschaftsinteresse - Ausgangs- und
Angelpunkt der japanischen Außenpolitik - hätten gefährden können.
Menschenrechte wurden von Tokyo als hochpolitisch und in höchstem Maße die außenpolitischen
Beziehungen komplizierend verstanden und durften die zwei wichtigsten „harten“
Interessen Japans, den Wirtschaftserfolg und die Sicherheit, keinesfalls
gefährden. Die Kritik an Japans Außenpolitik als Ganzes bezog sich immer wieder
auf seine Passivität und abwartende Haltung. Speziell an der
Entwicklungshilfepolitik, sicherlich das wichtigste Element der japanischen
Menschenrechtsaußenpolitik, wurden Opportunismus und Selbstbegünstigung
kritisiert.
In den
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