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Zeitschrift für Japanisches Recht vorträgeEinige Gedanken zu den deutsch-japanischen Beziehungen heuteJosef Kreiner*
Die folgenden Ausführungen stellen eine kritische Aufnahme der Beziehungen zwischen unseren beiden Ländern dar. Schwerpunkte liegen auf der Gegenwart sowie im Bereich der Beziehungen auf dem Gebiet der Wissenschaften. Zur besseren Einschätzung dieser „Momentaufnahme“ müssen jedoch nach einer kurzen Einführung einige Bemerkungen zur Entwicklung dieser Beziehungen seit dem 19. Jahrhundert vorausgeschickt werden. Die skeptische Sicht, aus der heraus ich den heutigen Zustand der deutsch-japanischen Beziehungen nicht anders als mit dem Wort „Erosion“ bezeichnen kann, bedeutet keineswegs, daß ich den Einsatz aller jener, die sich um die Vertiefung und Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses bemühen, gering schätzen würde. Das Gegenteil ist der Fall, und insbesondere kann die Aktivität der Deutsch-Japanischen Gesellschaften in diesem Zusammenhang gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Vor allem der Erfolg des „Japan in Deutschland“-Jahres 1999/2000, der auf der heutigen Verbandstagung mehrmals – zuletzt auch von S.E. Herrn Botschafter Nomura – angesprochen wurde, ist ohne den Einsatz der Deutsch-Japanischen Gesellschaften gar nicht denkbar. Bereits als Botschafter Tatsuo Arima vor etwa vier Jahren den Entschluß faßte, erstmals in Deutschland eine breit angelegte Selbstdarstellung Japans zu veranstalten, war klar, daß dieses Projekt nicht leicht zu verwirklichen sein würde: Mitte der 90er Jahre waren auf beiden Seiten die Zeiten wirtschaftlichen Wachstums vorbei, in denen finanzielle Unterstützungen für die Durchführung solcher Veranstaltungen in großem Umfang zur Verfügung standen. So hatte z.B. das 1991 in Großbritannien abgehaltene Japan-Jahr ein Budget von 40 Millionen Pfund Sterling, das dem Vernehmen nach schließlich noch auf 60 Millionen Pfund Sterling stieg. Ein Drittel der Kosten wurde von Sponsoren der englischen Wirtschaft übernommen. Auch im derzeit laufenden „Japan in Britain“-Jahr 2001 werden 1,5 Millionen Pfund Sterling an Sponsorenbeiträgen erwartet neben den Aufwendungen von japanischer staatlicher Seite. Für das „Japan in Deutschland“-Jahr ist es nur den intensiven Bemühungen und * Vortrag auf der Verbandstagung der Deutsch-Japanischen Gesellschaften, Weimar 2001. Der Text des Vortrages ist zunächst als Sonderdruck des Japanisch-Deutschen Zentrums Berlin (JDZB), jdzb spezial Nr. 1, Oktober 2001, veröffentlicht worden. Wir danken dem JDZB und dem verantwortlichen Redakteur, Herrn Michael Niemann, sehr herzlich für die freundliche Genehmigung zum Abdruck (die Redaktion).
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