Zeitschrift für Japanisches RechtVORTRAG Juristische, historische und kulturelle Aspekte administrativer Reformen in Japan: Von der Herrschaft der Bürokratie zur Herrschaft des Rechts Mikio Tanaka Inhaltsübersicht I. Einleitung "Nippon Kabushiki Kaisha" (Japan AG) stellte einen Begriff zur Beurteilung der gut organisierten japanischen Wirtschaft dar, die während des Zweiten Weltkrieges völlig verwüstet war, sich jedoch zu einer wirtschaftlichen Supermacht entwickelte. In der "Japan AG" bildeten das Parlament, die Regierung und die Industrie den "Vorstand" und kontrollierten das gesamte Unternehmen. Die Aktionärsversammlung (also das Volk) hatte nur symbolische Macht, und der Vorstand stand in der Praxis außerhalb seiner Kontrolle. Innerhalb des Vorstands hat die Regierung, die durch die Bürokraten vertreten ist, die größte Macht und kontrolliert den Vorstand und unter Umständen sogar die ganze "Japan AG". Ein solches System ist der sozialistischen Planwirtschaft insofern ähnlich, als trotz der demokratischen Erscheinung die Exekutive und insbesondere die Bürokraten die stärkste Macht ausüben und die Souveränität des Volkes mehr oder weniger nur symbolisch ist. Darüber hinaus ähneln sich Japan und z.B. die ehemalige UdSSR, da beide keine historisch gewachsene Marktwirtschaft und Demokratie im westlichen Sinne haben. Ironischerweise wurde das Ziel der Kommunisten, nämlich die gleichgerichtete Gesellschaft unter Regierungskontrolle, in Japan erreicht. Dies basiert auf Japans Geschichte und Kultur trotz der Tatsache, daß die rechtlichen Rahmenbedingungen westlich-demokratischem Mustern folgen, und die Wirtschaftsordnung demgemäß eine freie Marktwirtschaft ist. Diese Diskrepanz zwischen den importierten Rahmenbedingungen und der ursprünglichen Kultur verursacht heute viele Probleme. Nachfolgend möchte ich kurz beschreiben, wie die von der Zentralregierung kontrollierte Wirtschaft innerhalb dieses Jahrhunderts zweimal eine arme, hoffnungslose Insel in eine wirtschaftliche Supermacht verwandelte.
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