Zeitschrift für Japanisches Recht
Heft Nr.3 (1997)
Liebe Mitglieder und Freunde der DJJV, liebe Leser,
auch in der vorliegenden Ausgabe unserer Zeitschrift versuchen wir
wieder, Ihnen ein breit gestreutes Spektrum von Analysen und Berichten zur japanischen
Rechtswirklichkeit zu präsentieren. Die Abhandlungen beginnen mit einem Aufsatz von Christopher
B. Prüfer zum Umweltrecht in Japan. Neben einem kurzen historischen Abriß wird ein
Überblick über die Organisation der japanischen Umweltadministrationen vermittelt und
anschließend das neue Umwelt-Grundlagengesetz von 1993 vorgestellt. Auf eine soeben
erschienene deutsche Übersetzung des Gesetzes nebst knappen Erläuterungen wird bei den
Rezensionen hingewiesen. Hans Peter Marutschke gibt sodann aus rechtshistorischer
Sicht einen Überblick über das sogenannte "Haussystem" und das Adoptionsrecht
in Japan. Er beschreibt damit ein soziales Phänomen, das lange Zeit für die japanische
Gesellschaft typisch gewesen und auch heute noch von erheblicher Bedeutung ist. In dem
folgenden Beitrag über das Patentnichtigkeitsverfahren in Japan, der auf einem Vortrag
vor der DJJV beruht, gibt Yuko Kimijima eine kritische Einführung in die
rechtliche Regelung und heutige Praxis dieses speziellen Rechtsbehelfs. Die Autorin
konstatiert hinsichtlich der geltenden Rechtslage einen großen Reformbedarf. Luke R.
Nottage wirft in einem Kurzbeitrag einen Blick in das Internet und berichtet, was sich
dort an Informationen zum japanischen Recht in westlichen Sprachen findet.
In der Rubrik Rechtsprechung berichtet Petra Schmidt über zwei
neue Entscheidungen in den sogenannten Kriegsopferentschädigungsverfahren. Zum einen geht
es um Entschädigungsforderungen ehemaliger koreanischer Zwangsarbeiterinnen, zum anderen
um mögliche Entschädigungsansprüche ehemaliger koreanischer Angehöriger der
kaiserlichen japanischen Streitkräfte, die von den Alliierten als Kriegsverbrecher
bestraft worden waren.
Nachdem wir in Heft 2 die Vorstellung neuer Werke zum japanischen Recht
ein wenig vernachlässigt hatten, hoffen wir, in der vorliegenden Ausgabe diese Säumnisse
mit einer Reihe von Rezensionen und einer von Harald Baum und Luke R. Nottage
zusammengestellten Auswahlbibliographie westlicher Veröffentlichungen zum japanischen
Recht aus den Jahren 1993 bis 1996 wieder gutzumachen. Der Schwerpunkt dieser
Bibliographie liegt auf dem Handels-, Wirtschafts- und Finanzrecht. Wilhelm Röhl
stellt Ihnen zwei sehr unterschiedliche, jedoch gleichermaßen faszinierende
Neuerscheinungen rechtshistorischer Provenienz vor.
In der Sektion Berichte finden Sie zwei ausführliche Tagungsberichte
von Hans Peter Marutschke und Christopher Heath. Mit dem Bericht von Marutschke
über die rechtsvergleichende Tagung "Probleme des Verfassungsrechts in Japan und
Deutschland" wird zugleich der erste Sammelband mit übersetzten Urteilen zum
japanischen Verfassungsrecht vorgestellt, der Teil eines von der Thyssen Stiftung
geförderten Projektes an der FernUniversität Hagen ist.
Auch in dieser Ausgabe berichtet schließlich Markus Janssen
wieder über die aktuelle Rechtsentwicklung in Japan, diesmal über die 140.
Sitzungsperiode des japanischen Parlamentes.
Im zweiten Teil des Heftes, den Mitteilungen der Deutsch-Japanischen
Juristenvereinigung, finden Sie das Protokoll der Mitglieder-Versammlung vom 14. November
1996 in Stuttgart sowie den Bericht unseres Präsidenten Jan Grotheer an die
Versammlung. Ferner sind die Jahresabschlüsse per 31. Dezember 1995 wiedergegeben. Einige
kurze Berichte, Hinweise auf kommende Veranstaltungen sowie eine Übersicht über die
neuen Mitglieder runden dieses Heft ab.
Abschließend möchten Vorstand und Redaktion an dieser Stelle noch
einmal ihren sehr herzlichen Dank gegenüber dem Bundesministerium der Justiz für
die großzügige finanzielle Unterstützung bei der Drucklegung des Heftes Nr. 2
aussprechen. Aus drucktechnischen Gründen konnte dieser Dank nicht mehr in jenem Heft
aufgenommen werden.
Hamburg, im Juni 1997 Harald Baum/Olaf Kliesow/Matthias Scheer

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