Zeitschrift für Japanisches Recht

Heft Nr.3 (1997)


Rechtsprechung

Zwei neue Entscheidungen in Kriegsopferentschädigungsverfahren

Entscheidungen des Distriktgerichtes Toyama vom 24.7.1996 und des Distriktgerichtes Tokyo vom 9.9.19961

 

Übersetzt und kommentiert von Petra Schmidt

Seit 1990 wurden nicht weniger als 25 Entschädigungsklagen durch sogenannte ehemalige Trostfrauen2, Zwangsarbeiter, Militärangehörige oder Kriegsgefangene bei japanischen Gerichten eingereicht.

 

Übersicht über die wichtigsten Entschädigungsverfahren vor japanischen Gerichten:

 

Kläger Streitgegenstand, Forderungen Klageerhebung, Datum, Ort
Südkorea: Sachalin-
Koreaner
21 nach dem Kriege auf Sachalin zurückgelassene ehemalige koreanische Zwangsarbeiter und ihre Familien in Korea verlangen jeweils ¥ 10 Millionen für Deportation und Zurücklassen August 1990 Distriktgericht Tokyo
Südkorea: Trostfrauen Eine in Japan lebende ehemalige Trostfrau verlangt Entschuldigung vor dem Japanischen Parlament sowie nicht spezifizierte substantielle Entschädigung April 1993 Distriktgericht Tokyo
Südkorea: Trostfrauen, Militärangehörige 32 ehemalige Militärangehörige bzw. Hinterbliebene sowie drei Trostfrauen verlangen je ¥ 20 Millionen in Entschädigung Dezember 1991, Distriktgericht Tokyo
Südkorea: Trostfrauen, Frauenfreiwillige Vier Klägerinnen verlangen öffentliche Entschuldigung vor dem Japanischen Parlament und den Vereinten Nationen für die Annexion Koreas sowie die Mobilisierung von Koreanern. Zwei ehemalige Trostfrauen fordern je ¥ 110 Millionen, zwei Frauenfreiwillige ¥ 33 Millionen Entschädigung Dezember 1992, Distriktgericht Yamaguchi, Abt. Shimonoseki
Südkorea: Militärangehörige, Deportation 1.269 ehemalige Militärangehörige bzw. Hinterbliebene verlangen ¥ 50 Millionen Entschädigung für Hinterbliebene, ¥ 30 Millionen für Veteranen sowie Entschuldigung gegenüber dem koreanischen Volk Februar 1992 bis Juli Distriktgericht Tokyo
Südkorea: Militärangehörige, Deportation 14 ehemalige Militärangehörige bzw. Hinterbliebene verlangen die Anerkennung ihrer Berechtigung zum Bezug von Sozialrente etc. sowie öffentliche Entschuldigung Dezember 1991, Distriktgericht Tokyo
Südkorea:Militärangehörige, Deportation 24 ehemalige Militärangehörige bzw. Hinterbliebene verlangen je ¥ 50 Millionen Entschädigung sowie Entschludigung beigetreten zu vorstehender Klage im Februar 1992
Südkorea: Deportation Ein ehemaliger Zwangsarbeiter bei Mitsubishi Heavy Industries verlangt von der Japanischen Regierung und dem Unternehmen rund ¥ 10 Millionen aus unerlaubter sowie Zahlung ausstehenden Gehaltes Juli 1992, Distriktgericht Nagasaki
Südkorea: Deportation Drei ehemalige Zwangsarbeiterinnen verlangen von dem Maschinenproduzenten Fujikoshi Zahlung ausstehende Gehälter, Entschädigung für Zwangsarbeitzwischen ¥ 50 und 100 Millionen sowie öffentliche Entschuldigung September 1992,Distriktgericht Toyama