Zeitschrift für Japanisches Recht
Heft Nr.3 (1997)
Aktuelle
Rechtsentwicklung
Bericht über die 140.
Sitzungsperiode des japanischen Parlaments
Berichtet von
Haarmann, Hemmelrath & Partner
(Rechtsanwälte - Wirtschaftsprüfer - Steuerberater)
Redaktion: Markus Janssen 1
Zur Berichtserstattung
Die 140. Sitzungsperiode des japanischen Parlaments war bei
Redaktionsschluß (30. Mai 1997) noch nicht abgeschlossen, sodaß an dieser Stelle
eine Übersicht der bis dahin verabschiedeten und der weiteren geplanten
Gesetzesänderungen erfolgt. Da es meist nicht möglich war unseren Redaktionsschluß an
die Sitzungsperiode anzupassen und der bisher diesem Bericht zugrunde gelegte detaillierte
Bericht des Kabinetts in den Drucksachen des Finanzministeriums sich meist stark
verzögerte, soll in dieser Rubrik in Zukunft der aktuelle Stand von Gesetzentwürfen und
verabschiedeten Gesetzen zum Zeitpunkt des Redaktionsschlusses widergegeben werden. Der
vollständige Überblick über die jeweiligen Sitzungsperioden wird dann in einer
jährlichen Gesamtübersicht erfolgen. Dabei soll dem Leser eine Übersicht nach
Gesetzesnummern sowie eine weitere Übersicht geordnet nach Sachgebieten geboten werden,
wobei dann auch Verweise auf die einzelnen in dieser Zeitschrift veröffentlichten
Berichte aufgenommen werden.
I. Die 139. Und 140. Sitzungsperiode des Japanischen Parlaments
In der nur sehr kurzen 139. Sitzungsperiode wurden 10
Gesetzesänderungen verabschiedet. Erwähnenswert ist vor allem eine erneute Änderung des
Urheberrechts. Es wurde der Schutz von Fotografie-Werken auf 50 Jahre nach Tod des
Urhebers, anstatt auf 50 Jahre nach Veröffentlichung festgelegt, prozessuale Rechte des
Gerichts erweitert, und Rechte an Aufführungen o.ä. vor Einführung des Urhebergesetzes
als Schutzobjekte von Nebenrechten auf die letzten 50 Jahre ausgeweitet. Dies geschah, wie
bereits in ZJapanR 1 geschildert, auf Druck der USA vor der WTO.
In der 140. Sitzungsperiode, die am 20. Januar einberufen wurde und
voraussichtlich bis zum 18. Juni andauern wird, macht sich eine rege
Gesetzgebungstätigkeit bemerkbar. Viele der Gesetzesentwürfe stehen unter dem Eindruck
der von der Regierung Hashimoto eingeleiteten Reformen, der Vorbereitung des
sogenannten "Big Bang".
II. Einzelne Gesetzesänderungen
1. Reformen der Finanzmärkte Japans: Der sogenannte japanische "Big Bang"
a) Devisen- und Außenhandelskontrollgesetz (Gaikoku kawase oyobi gaikoku bôeki
kanri-hô)
Als erster Schritt auf dem langen Marsch zum sogenannten "Big
Bang" ließ sich zunächst die schon seit vielen Jahren geplante und dringend
notwendige Reform des Devisen- und Außenhandelskontrollgesetzes (DAKG) verkaufen. Danach
sollen nun endlich Anmelde- und

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