Zeitschrift
für Japanisches Recht
2. Jahrgang 1997 - Heft Nr.4
Rechtsprechung
Zur
Anerkennung eines amerikanischen Urteils
über punitive damages in Japan
Urteil
vom 11.7.1997 des Obersten Gerichtshofs
zusammengefaßt und kommentiert von Toshiyuki Kono
I.
Verfahren in den USA
In das
Verfahren waren mehrere Parteien verwickelt. Beklagte
waren die japanische Aktiengesellschaft Mansei Kôgyô
KK [Mansei] und deren Präsident Yoshitake
Katayama sowie ein weiteres Mitglied ihres
Verwaltungsrats. Mansei hatte eine kalifornische Tochter,
die Maruman Integrated Circuits, Inc. [MIC], die
in den USA als Klägerin gegen unter anderem Northcon
I, eine partnership mit Sitz im amerikanischen
Bundestaat Oregon auftrat, hinsichtlich des weiteren
Verfahrens in Japan aber keine Rolle spielte. Der
Präsident von MIC war zugleich Mitglied des
Verwaltungsrates von Mansei. Widerkläger in den USA und
Kläger in den japanischen Verfahren war Northcon I.
Der
Hintergrund des Streites war folgender: Zwischen der als
Projektentwickler in Oregon tätigen Consortium
Company [Consortium] und Mansei wurde im Jahr 1979
Einigkeit darüber erzielt, daß Consortium unter
Einbeziehung von MIC ein bestimmtes Projekt in Oregon
durchführen sollte. Im Zuge des Projektes kam es
verkürzt ausgedrückt zu Vertragsänderungen und
der Gründung der späteren Klägerin Northcon I, die
Aufgaben von Consortium übernehmen sollte. Im Januar
1980 wurde im Rahmen des Projektes ein Pachtvertrag
zwischen Consortium als Verpächter und MIC als Pächter
geschlossen. Bereits im Februar 1980 kündigte MIC diesen
Vertrag jedoch wegen Betruges durch Northcon I,
Consortium und deren Mitglieder und lehnte die Erfüllung
ab. Zugleich erhob MIC eine Feststellungsklage vor dem Superior
Court of the State of California gegen
Northcon I u.a. mit dem Ziel, feststellen zu lassen,
daß der Pachtvertrag zwischen MIC und Northcon I
unwirksam sei und diese verpflichtet sei, den Schaden,
der MIC durch die betrügerischen Handlungen von
Consortium, Northcon I u.a. entstanden sei, zu
ersetzen. Diese wiederum erhoben eine Widerklage gegen
MIC auf die Erfüllung des Pachtvertrages und eine
weitere (hilfsweise) Klage gegen Mansei und Katayama auf
Schadensersatz wegen deren betrügerischen Verhaltens.
In seiner
Entscheidung vom 19. Mai 1982 stellte der kalifornische Superior
Court erstens fest, daß der Pachtvertrag
unwirksam sei, und verurteilte zweitens Mansei und
Katayama zur Zahlung von 425.251 US-Dollar als compensatory
damages und 40.104 US-Dollar Kosten an Northcon I.
Mansei wurde zudem zur Zahlung weiterer 1,125. Mio.
US-Dollar als punitive damages verurteilt. Am 12.
Mai 1987 bestätigte der Court of Appeals of
the State of California dieses Urteil (nachfolgend:
das ausländische Urteil).
II.
Instanzgerichtliche Verfahren in Japan
Nach
Rechtskraft des Urteils des Court of Appeals leitete
Northcon I in Japan die Vollstreckung gegen Mansei und
Katayama aus dem Urteil ein und erhob zu diesem Zweck vor
dem Distriktgericht Tokyo eine Klage auf Anerkennung und
Vollstreckung des amerikanischen Urteils. Das
Distriktgericht gab der Klage in seiner Entscheidung vom
18. Februar 1991 teilweise statt, und zwar bezüglich der
Vollstreckung desjenigen Teils des ausländischen
Urteils, der compensatory damages und Kosten
zusprach. Zudem wurde

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