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Zeitschrift für
Japanisches Recht Einige Gründe, warum Japan nicht so werden kann, wie Europa nie war Peter Pörtner Als Korreferent möchte ich mich mit einigen ergänzenden Bemerkungen in den Gedankengang des Hauptreferenten gleichsam einklinken, indem ich seine abschließenden Äußerungen zum Ausgangspunkt nehme: Wer würde Seigo Hirowatari in seiner Forderung, dem Ist-Zustand der Gesellschaften weitere positivistische Forschungen zu widmen, nicht zustimmen! Wir wissen darüber zweifellos noch viel zu wenig. Aber selbst gesetzt den Fall, daß wir umfassend und genau oder mit Descartes gesprochen: claire et distincte den Ist-Zustand z.B. der japanischen Gesellschaft eruiert hätten, würde in gewisser Weise die Arbeit erst beginnen. Denn Daten sind so präzise und umfassend sie sein mögen erst einmal stumm. Daten gewinnen erst Bedeutung, wenn sie gedeutet werden. Das wissen wir alle. Aber genau darin liegt das Problem. Der eruierte und beschriebene Ist-Zustand einer Gesellschaft sagt eben noch fast nichts darüber aus, wie und warum er so geworden ist, ob er so werden mußte und ob er so sein und bleiben soll. Er muß, wie gesagt, erst noch gedeutet werden. Dazu braucht man aber Kriterien. Damit sind wir beim nächsten wissenschaftstheoretischen Problem: Woher holt man die Kriterien? Aber keine Angst! Ich wollte die Ausgangslage nur kurz rekapitulieren. Ich werde kein erkenntnis- und/oder wissenschaftstheoretisches Grundsatzreferat halten; und möchte auch die Praktiker unter Ihnen nicht über Gebühr langweilen. Aber: Die eben skizzierte Ausgangslage, in der sich jeder Wissenschaftler befindet, und derer er sich bewußt sein muß, wenn sein Vorhaben erfolgreich sein soll, stellt sich für einen Deutschen, der sich mit Japan beschäftigt, als besonders schwierig und verwickelt dar. Warum? Nun, das hat sehr verschiedene und verschiedenartige Gründe. Da ist zunächst einmal die Tatsache, daß Japan, das Land, seine Kultur, seine Gesellschaft, erfahrungsgemäß besonders "anfällig" ist für Mißinterpretationen und Mystifizierungen. So ziemlich alles, was man an Positivem und Negativem über ein fremdes Land sagen kann, ist seit Commodore Perry, über Oscar Wilde, Ruth Benedict, Roland Barthes, Ezra Vogel bis zu Karel van Wolferen schon über Japan gesagt worden. Weil ich heute, was ich bei früheren Gelegenheiten schon mehrmals versucht habe, nicht ins Detail gehen kann, möchte ich statt dessen nur thesenhaft behaupten, daß gerade Japan in den letzten ungefähr 150 Jahren in einem besonderen Maße als Projektionsfläche für wohlwollende oder bösartige Mystifikationen gedient hat, die durchaus nicht den Namen Erkenntnis verdienen. Warum gerade die Gesellschaft und Kultur Japans so massiv als Projektionsfläche für Sympathien und Antipathien hat fungieren müssen, ist mir, obwohl ich schon seit langem nach einer Antwort auf diese Frage suche, noch immer nicht klar. Aber auch auf diese "Sonderstellung" Japans im interkulturellen Kontext kann ich heute nur hinweisen. Jedenfalls haben wir es auch hier mit
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