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Zeitschrift für
Japanisches Recht "Keio Tage" in Saarbrücken vom 19.-21. November 1998 Dieter Bindzus/Martin Gottschlich Die Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität des Saarlandes pflegt seit fast 40 Jahren besonders intensive wissenschaftliche Kontakte zu einer der bedeutendsten privaten Universitäten in Japan, der Keio Universität in Tokyo. Insbesondere aufgrund der engen persönlichen Kontakte zwischen Prof. Dr. Dr. h.c. em. Gerhard Lüke und Prof. Dr. Dres. h.c. mult. em. Akira Ishikawa entwickelte sich seit den sechziger Jahren ein stetig steigender Forschungsaustausch von Professoren, Nachwuchswissenschaftlern und Studierenden. Neben dem engen wissenschaftlichen Austausch prägen seitdem auch persönliche Beziehungen und Freundschaften das besondere Verhältnis zwischen den Fakultäten der beiden Universitäten. Anläßlich des 50jährigen Jubiläums der Universität des Saarlandes veranstaltete ihre Rechts- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät vom 19.-21.11.1998 in Saarbrücken auf Initiative und in Zusammenarbeit mit der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Saarbrücken e.V. die "Keio Tage" in Form eines Symposiums zu bilateralen rechtlich-wirtschaftlichen Fragestellungen. Eröffnet wurde das Symposium mit den größtenteils in Englisch vorgetragenen Referaten durch den Japanbeauftragten der Rechts- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät Prof. Helmut Rüßmann. Grußworte übermittelten der Vertreter des Ministers für Bildung, Kultur und Wissenschaft Dr. Konrad Krajewski und der Präsident der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Saarbrücken e.V., Manfred Krischek. Prof. Lüke und Prof. Ishikawa zeigten im Anschluß anhand ihrer eigenen persönlichen Erfahrungen den Werdegang der Beziehungen zwischen den beiden Universitäten auf. Im Rahmen der "Keio Tage" wurde Prof. Ishikawa aufgrund seiner Verdienste um die saarländisch-japanischen Beziehungen die Ehrenmitgliedschaft der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Saarbrücken verliehen. Als Erster referierte Prof. Dr. Hisao Kato über die "Besonderheiten und Ursachen der Kriminalität in Japan". Nach einleitenden Worten zu seinen persönlichen Beziehungen zu der Universität des Saarlandes verglich er die Situation hinsichtlich der Kriminalitätsentwicklung in der Bundesrepublik Deutschland und Japan in der Nachkriegszeit. Dabei stellte sich heraus, daß es im internationalen Vergleich in Japan kein allzu großes Kriminalitätsproblem zu geben scheint. Anhand einiger konkreter Fälle wies er dann aber nach, daß die organisierte Kriminalität durch die Verflechtung von Politik, Wirtschaft und organisierten gewalttätigen Vereinigungen (bôryoku-dan) ein sehr ernstes Problem in der japanischen Gesellschaft ist. Im folgenden ging Prof. Kato näher auf den begrifflichen Unterschied zwischen yakuza und bôryoku-dan ein und zeigte auf, daß die yakuza in Wirklichkeit nur ein Teil der bôryoku-dan ist. Dabei erläuterte er, daß das große soziale Problem in der sozio-demographischen Struktur solcher bôryoku-dan und deren Zusammensetzung aus ethischen Minderheiten besteht.
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