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Japanisches Recht Vorträge Japans Krise Ende oder Wende? Peter Baron Für alle Welt scheint eindeutig festzustehen, daß wir es in Japan mit einem Krisengebiet zu tun haben. Seit Jahren findet sich keine positive Kommentierung mehr zum Wirtschaftsgeschehen in dieser zweitgrößten Industrienation der Welt. Für eine treffende Beschreibung des Krankheitsbefundes ringen die Kommentatoren um passende Superlative. "Crash" reicht dabei nicht mehr aus, jetzt ist von einem möglichen "Meltdown" die Rede. Handelt es sich dabei um eine allgemeine Wirtschaftskrise in Japan? Oder lediglich um eine Krise des Finanzsystems? Oder um eine gesellschaftliche Krise? Auf diese drei Aspekte soll im folgenden eingegangen werden. Ein Blick auf die allgemeinen Wirtschaftsindikatoren mag in der Tat ein trostloses Bild vermitteln. Alle Indikatoren weisen in eine negative Richtung. Das gilt für die gesamtwirtschaftliche Produktion, die seit Mitte 1997 trendmäßig nach unten zeigt. Das gilt ebenso für die Arbeitslosenquote, die bereits seit 1993 nach oben geht. Es gilt für das gesamtwirtschaftliche Wachstum (abnehmend), für die Zahl der Firmenzusammenbrüche (steigend seit 1996), für die Sparquote der Haushalte (zunehmend und deshalb nachfragehemmend), für die Konsumgüternachfrage (sinkend) und für die Zinsentwicklung (weiterhin sinkend und deshalb deflationsfördernd). Die Japaner sind sich dieser Situation bewußt, und entsprechend gedrückt ist das wirtschaftliche Stimmungsbarometer. Indikatoren wie der regelmäßige Stimmungsbericht der japanischen Zentralbank (Tankan Report) oder der Regierung (Diffusion Index) befinden sich auf Tiefständen. Es ergibt sich also der Anschein einer rezessierenden Wirtschaft mit der Gefahr eines Abgleitens in einen deflatorischen Strudel mit möglichen Folgewirkungen, die bisher von keiner hochentwickelten Volkswirtschaft in der Nachkriegszeit durchgetestet werden konnten. Vergleichen wir dieses Bild allerdings mit einigen Kennzeichen z.B. der deutschen oder der amerikanischen Wirtschaft, so reduziert sich der negative Befund. Was für den japanischen Arbeitsmarkt die höchste Arbeitslosenquote der Nachkriegszeit darstellt (4,3%), ist für die amerikanische Wirtschaft ein erfolgreicher Rekordtiefstand. Japan ist nach wie vor der größte Kreditgeber unter allen Staaten. Das Land verfügt über die höchsten Devisenreserven. Noch vor zwei Jahren, nämlich 1996, stand Japan mit seinem Wachstum des Sozialprodukts von 3.6% an erster Stelle, also vor den Vereinigten Staaten und vor Deutschland. Die Exportabhängigkeit der japanischen Wirtschaft beträgt weniger als 10% des Sozialprodukts und liegt weit unter in leicht überarbeiteter Fassung wieder.
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